Archive for the 'Equipment' Category

Erlebnis Werkstatt Kaffee

Im Anschluß an den letzten Blog-Eintrag haben wir uns natürlich ein paar Gedanken gemacht, wie wir dem aktuellen Trend in Richtung eines sorgfältig handgebrühten Kaffees Rechnung tragen können. Einerseits möchten wir die “Botschaft”, nämlich daß es auch einen Kaffee jenseits des Espresso gibt, ein wenig verbreiten. Andererseits möchten wir natürlich Kunden wie Freunden die Möglichkeit geben, alternative Zubereitungsarten — die in jüngster Vergangenheit neben Dualboiler, Pressure-Profiling & Co fast ein wenig in Vergessenheit gerieten — kennen und schätzen zu lernen.

Ein Seminar zu dem Thema wäre naheliegend gewesen. Aber wir wollten es doch etwas anders – vielleicht ein wenig individueller und spannender – machen. Daraus wurde dann unser neuestes Baby: Die “Erlebniswerkstatt Kaffee” (oder das “Erlebnis: Werkstatt-Kaffee” ;)). Kein Frontalvortrag oder ähnliches sondern die Idee, einen ganzen Tag lang — gemeinsam mit anderen Liebhabern einer gepflegten Tasse Kaffee — hervorragende Kaffees kennenzulernen und mit unterschiedlichen Zubereitungsarten nach Lust und Laune zu experimentieren und die Resultate zu vergleichen.


Dazu gibt’s ein bißchen Hilfestellung von uns und als Lektüre dazu bzw. danach Scott Rao’s neuestes Buch “Everything but Espresso”

Scott Rao: Everything but Espresso

In der Zwischenzeit ist natürlich auch in der “Szene” einiges passiert: James (Hoffmann) und Anette (Moldvaer) haben in London ihre “Penny University” eröffnet, einen Coffeeshop ohne Espressomaschine! Während so etwas noch vor ein paar Jahren wahrscheinlich undenkbar gewesen wäre, paßt es heute genau in den Trend. Ein großartiges Unternehmen und ein origineller Name (“Penny University” war die Bezeichnung für die ersten Londoner Kaffeehäuser in denen man einen Penny Eintritt bezahlt hat, und dafür nicht nur Kaffee trinken konnte, sondern auch gleichzeitig alles aktuell Wissenswerte erfuhr). Und sie haben in der Zwischenzeit jede Menge internationaler Aufmerksamkeit wie Anerkennung dafür erhalten. Im aktuellen Barista Magazine gibt es einen interessanten Artikel über die beiden und ihre Penny University, schön auch, daß Anette am Titelbild ist (die ja sonst oft ein klein wenig im Schatten von James zu stehen scheint)…

Ebenfalls in London hat letzte Woche die Caffe Culture stattgefunden, wo nicht nur die Weltmeisterschaften in den “üblichen” Bewerben (Barista, Latte-Art, etc.) stattgefunden haben, sonder auch die dritte Aeropress Weltmeisterschaft. Eine der großen Attraktionen der Caffe Culture war die “Brew Bar” in der es Überboiler & -grinder sowie jede Menge “Brühwerkzeuge” zu bestaunen und daraus zubereitete Kaffees zu verkosten gab…

Links:
Erlebnis Werkstatt Kaffee
Penny University
World Aeropress Championships
Barista Magazine June/July 2010

Kaffee – Anachronismus oder Renaissance?

Die Italiener haben den Espresso erfunden, aber die Kollegen jenseits des großen Teiches haben ihn in den letzten Jahren bzw. mittlerweile schon fast “Jahrzehnten” neu definiert. Und kaum haben wir gelernt, daß man auch Single-Origins als Espresso zubereiten kann und uns ein wenig an die diversen Frucht- und Schoko-bomben gewöhnt, so kommt auch schon der nächste Trend: Kaffee!

Kaffee???

Richtig gelesen, das gute alte Heferl Kaffee, bloß rundum neu! Zubereitet aus wirklich großartigen Kaffees, Single-Origin, Single-Estate, Single-Variety … und Single-Serving natürlich…

Eingeleitet von der Clover – um die es in letzter Zeit ziemlich ruhig geworden ist (seit das Unternehmen von *$ aufgekauft wurde) – heißt der Trend heute Aeropress, Chemex oder Hario, auch die diversen Preßstempel, Vakuum- oder Karlsbader-Kannen erfreuen sich wieder größter Beliebtheit. Sogar in modernsten Coffee-Shops ist nicht mehr die Espressomaschine alleine der “heilige Gral”, zunehmend werden auch – nicht nur optisch spektakuläre – Syphon-Brüher eingesetzt, sowie Kaffee in der French-Press und in Eintassen-Filtersystemen zubereitet.

Was allerdings neu ist, ist daß man jetzt der Zubereitung große Aufmerksamkeit schenkt. Kaffee so richtig gut zuzubereiten ist nämlich gar nicht so einfach und will man diese Qualität auch noch reproduzierbar machen, dann wird’s sogar ziemlich schwierig. Mindestens so schwierig wie die Zubereitung wirklich guter Espressi…

Eingermaßen neu ist auch das Instrumentarium, mit dem man diese Qualität zu erforschen bzw. reproduzierbar zu machen sucht, was früher einschlägigen Labors vorbehalten war, findet man zunehmend auch in Röstereien bzw. Coffeeshops: Mühlen mit definierter Teilchengrößenverteilung, Wasserkocher mit PID oder gar ein “Überboiler”, Refraktometer mit zugehöriger Software … letztere nicht als Ersatz sondern als Ergänzung zu unseren Geschmacksnerven.

Diesem Trend konnten auch wir uns nicht verschließen, während Refraktometer und ExtractMojo schon seit letztem Herbst im Einsatz sind, ist unsere neueste Errungenschaft erst seit letzter Woche im Einsatz: “Überboiler” und “Übergrinder”

Weiterführende Links:

Experimenting with the Über Boiler – Five Senses Coffee

The $20,000 Coffee Maker, Step by Step – The New York Times

Mick Wheeler’s Blog 27/04/10 – Anaheim shows signs of a move back to filter coffee

SCAE Guest Blog 4 – Paul Stack talks about a ‘Brewvolution’

Marco Über Project

Jimseven.com: ExtractMojo

TM-Blog: London’s Penny University

Die Neue ist da…

Am Mittwoch ist sie gelandet, unsere Neue, eine La Marzocco FB/80 mit Paddle-Groups, die unser neues “Arbeitstier” in der Rösterei wird:

FB/80 Bild1

 

FB/80 Bild2

Smoke gets in your eyes…

Nachdem uns unser kleiner Oz-Röster über ein Jahr lang treue Dienste geleistet hatte, und Charge um Charge zuverlässig geröstet hat, hieß es gestern Abschied nehmen. Er wurde von seinem etwas größeren Bruder abgelöst und da Platz in unserer kleinen Rösterei Mangelware ist konnten wir ihn leider nicht behalten. Aber ich hoffe er kommt wieder in gute Hände…

Hier die ersten Bilder, für einen seriösen Erfahrungsbericht ist es nach gerade mal einem Dutzend Chargen noch zu früh…

Oz5_Thumbnail1

Oz5_Thumbnail2

Oz5_Thumbnail3

Was gibt es Neues?

…wird sich so mancher Besucher schon gefragt haben, denn – leider – hat sich im Blog nur wenig getan … und auch das ist noch etwas untertrieben…

Es ist zwar sehr viel geschehen seit dem letzten Eintrag im Herbst, aber ich bin – aus Zeitmangel – einfach nicht dazugekommen, hier etwas zu schreiben.

Die Vorweihnachtszeit war recht hektisch und der Umfang der Bestellungen hat mir unsere Grenzen bezüglich Rösterkapazität klar gemacht. Ohne die freundliche Unterstützung von Harry Fischer vom Tribeka, auf dessen 12 Kilo Probat wir einige Röstungen machen durften, hätte unser kleiner Oz wohl mehrere Nachtschichten einlegen müssen. Herzlichen Dank hier noch einmal an Harry!

Unsere “Verkostungsecke” hat sich auch ein wenig verändert, derzeit verrichten dort ein(e) Mazzer Robur und eine kompakte zweigruppige Nuova Simonelli Appia Dienst, das zuverlässige und treue Zwiegespann La Spaziale Vivaldi und Mazzer Kony wird sich in Zukunft als “mobiles Einsatzkommando” hoffentlich ebenso bewähren wie in der Rösterei.

Mitte Jänner gab es einen Besuch bei La Marzocco und Eureka, der sowohl interessant als auch aufschlußreich war. Insbesondere La Marzocco hat mich sehr beeindruckt, obwohl das Unternehmen im Vergleich zu vielen Mitbewerbern recht klein ist, kämpft es technologisch seit Jahren an vorderster Front und setzt auf intensive Zusammenarbeit mit Kunden und hochkarätigen Baristi.

Anfang Februar gab’s die deutschen Barista-Meisterschaften und zwei der Teilnehmer sind mit unseren Kaffees angetreten. Lukas Kolbe hat als freier Barista teilgenommen, und den 14. Platz belegt. Seine Kaffees waren ein Blend aus Libano Cup of Excellence (R) und Montaña Verde Barahona für Espresso und Cappuccino, sowie einen Matari Mokka für seinen Signature Drink verwendet. David Borges von DerMuffinMann ist mit biologisch zertifizierten Kaffees angetreten, einem Galapagos “El Cafetal” für den Espresso und einem Blend aus El Cafetal, Camocim und Mandheling und Signature Drink. David hat den 8. Platz belegt. Herzliche Gratulation den Beiden…

Außerdem sind wir seit heuer Mitglied der Speciality Coffee Association of Europe (SCAE) und nehmen natürlich wieder am Cup of Excellence Programm teil.

Das war’s vorerst mit den Neuigkeiten…