Smoke gets in your eyes…

Nachdem uns unser kleiner Oz-Röster über ein Jahr lang treue Dienste geleistet hatte, und Charge um Charge zuverlässig geröstet hat, hieß es gestern Abschied nehmen. Er wurde von seinem etwas größeren Bruder abgelöst und da Platz in unserer kleinen Rösterei Mangelware ist konnten wir ihn leider nicht behalten. Aber ich hoffe er kommt wieder in gute Hände…

Hier die ersten Bilder, für einen seriösen Erfahrungsbericht ist es nach gerade mal einem Dutzend Chargen noch zu früh…

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Was gibt es Neues?

…wird sich so mancher Besucher schon gefragt haben, denn – leider – hat sich im Blog nur wenig getan … und auch das ist noch etwas untertrieben…

Es ist zwar sehr viel geschehen seit dem letzten Eintrag im Herbst, aber ich bin – aus Zeitmangel – einfach nicht dazugekommen, hier etwas zu schreiben.

Die Vorweihnachtszeit war recht hektisch und der Umfang der Bestellungen hat mir unsere Grenzen bezüglich Rösterkapazität klar gemacht. Ohne die freundliche Unterstützung von Harry Fischer vom Tribeka, auf dessen 12 Kilo Probat wir einige Röstungen machen durften, hätte unser kleiner Oz wohl mehrere Nachtschichten einlegen müssen. Herzlichen Dank hier noch einmal an Harry!

Unsere “Verkostungsecke” hat sich auch ein wenig verändert, derzeit verrichten dort ein(e) Mazzer Robur und eine kompakte zweigruppige Nuova Simonelli Appia Dienst, das zuverlässige und treue Zwiegespann La Spaziale Vivaldi und Mazzer Kony wird sich in Zukunft als “mobiles Einsatzkommando” hoffentlich ebenso bewähren wie in der Rösterei.

Mitte Jänner gab es einen Besuch bei La Marzocco und Eureka, der sowohl interessant als auch aufschlußreich war. Insbesondere La Marzocco hat mich sehr beeindruckt, obwohl das Unternehmen im Vergleich zu vielen Mitbewerbern recht klein ist, kämpft es technologisch seit Jahren an vorderster Front und setzt auf intensive Zusammenarbeit mit Kunden und hochkarätigen Baristi.

Anfang Februar gab’s die deutschen Barista-Meisterschaften und zwei der Teilnehmer sind mit unseren Kaffees angetreten. Lukas Kolbe hat als freier Barista teilgenommen, und den 14. Platz belegt. Seine Kaffees waren ein Blend aus Libano Cup of Excellence (R) und Montaña Verde Barahona für Espresso und Cappuccino, sowie einen Matari Mokka für seinen Signature Drink verwendet. David Borges von DerMuffinMann ist mit biologisch zertifizierten Kaffees angetreten, einem Galapagos “El Cafetal” für den Espresso und einem Blend aus El Cafetal, Camocim und Mandheling und Signature Drink. David hat den 8. Platz belegt. Herzliche Gratulation den Beiden…

Außerdem sind wir seit heuer Mitglied der Speciality Coffee Association of Europe (SCAE) und nehmen natürlich wieder am Cup of Excellence Programm teil.

Das war’s vorerst mit den Neuigkeiten…

Sie sind da!!!

Heute – nein, genaugenommen gestern – war es soweit, gegen 10 Uhr vormittags erreichte mich der Anruf, daß die sehnsüchtig erwartete Lieferung von Rohkaffees um ca. 11 Uhr in der Rösterei eintreffen würde. Nachdem schon ein paar Bestellungen für diese Sorten offen waren und ich die Auslieferung nicht noch weiter verzögern wollte, mußte ich kurzfristig zwei Kundentermine verschieben, aber nachdem das erledigt war ging’s ab in die Rösterei. Kaum eine Viertelstunde nachdem wir angekommen waren fuhr auch schon der Lastwagen vor und 10 Minuten später war er wieder weg. Und eine Ladung Rohkaffee stand – von einer eiligst organisierten Abdeckplane vor dem leichten Regen geschützt – vor der Türe.

Weitere 30 Minuten später hatten wir alle Säcke wohlbehalten – und trocken – in der Rösterei verstaut. Chris ist noch zu jung für Rückenschmerzen ;) und auch mein Rücken machte sich – wohl angesichts der freudigen Erwartung – auch nicht schmerzlich bemerkbar. Ende gut, alles gut, jetzt sind sie da, meine zwei Cup of Excellence Kaffees: El Salvador Alaska und Costa Rica Libano!!!

Alaska Bag 1Libano Bag 1

Folgende Sorten sind frisch eingetroffen:

  • El Salvador Alaska CoE
  • Costa Rica Libano CoE
  • Brazil Fortaleza
  • Colombia La Esperanza
  • Dominican Republic Montaña Verde
  • Kenya Gethumbwini Peaberry
  • Sumatra Lintong
  • Guatemala Finca El Bosque 100% Bourbon

Kaffee wird teurer…

Seit Wochen geistert es jetzt durch den Blätterwald: Neben zahlreichen anderen Nahrungsmitteln wird auch Kaffee teurer! Und der Grund dafür ist…???

Richtig … die gestiegenen Preise für Rohkaffee! Wenn das Rohöl teurer wird muß der Benzinpreis ja auch steigen, ist ja logisch, oder? Und wenn der Rohölpreis sinkt, dann muß der Benzinpreis… ähem … na gut es gibt ja noch andere Mechanismen die erklären warum der Benzinpreis manchmal auch dann steigen muß, wenn der Rohölpreis gerade im Sinken ist. Aber ich schweife ab…

Zurück zum Kaffee: Wenn der Rohkaffee teurer wird muß der Kaffeepreis ja auch steigen, ist ja logisch, oder? Aber steigen die Preise für Rohkaffee gerade? Nun ja, das stimmt schon, aber nur wenn man einen sehr kurzen Zeitraum betrachtet. Denn wenn man sich die Langzeitstatistiken der ICO ansieht bemerkt man, daß die Rohkaffeepreise 2007 etwa auf dem Niveau von 1976 sind. Oder bei einem Drittel von 1977. Oder bei zahlreichen Sorten um etwa 15% unter dem Niveau von 2005. Und wie sieht’s mit den Preisen für gerösteten Kaffee aus? Zahlen wir da jetzt auch etwa so viel wie 1976? Oder ein Drittel von 1977? Ja ich weiß, der Vergleich hinkt…

Bevor ich jetzt allzu polemisch werde, möchte ich auf den Punkt kommen: Wenn die Großröster und Supermarktketten die Preise für Kaffee erhöhen möchten, dann sollen sie das tun, bitteschön… Aber den Konsumenten unterschwellig suggerieren zu wollen, die bösen Kaffeeproduzenten – von denen allzu viele von den Großabnehmern ohnehin nur einen (Ver-)hungerlohn für ihre mühsame und aufwändige Arbeit bekommen – das finde ich weniger schön…

Das Ende der Mischung?

In Hasbean Steve’s Weblog lese ich gerade einen Artikel “The Death of the Blend”. Einmal abgesehen davon, daß der Artikel und die Kommentare dazu sehr interessant sind, erscheint er mir wie eine kleine Ironie des Schicksals. Seit Jahren koste bzw. trinke ich mich durch Reinsorten, Plantagen- und Lagenkaffees, versuche aus vielen Ländern die besten und interessantesten zu finden und erfreue mich an ihrem meist eigenständigen, oft außergewöhnlichen, manchmal auch eigenwilligen Charakter. Ich versuche erst gar nicht den “optimalen”, fehlerlosen Kaffee zu finden, jenen der alle Vorzüge eines Kaffees in sich vereint.

Genau wie bei Weinen oder Single Malt Scotchs bin ich auch beim Kaffee irgendwann zu dem Schluß gekommen, daß ich geschmacklich wohl eher ein “Reinsorten-Typ” bin. Cuvees oder Blends begeistern mich meist weniger, nicht weil sie schlechter wären, sondern weil sie mir meist zu elegant, zu geschmeidig, zu glatt, zu fehlerlos sind. Makellose Schönheit finde ich meist auch weniger interessant.

So weit so gut, ich könnte mich also jetzt zurücklehnen und sagen, “Okay, jetzt geht also auch der Trend in die Richtung, die mir persönlich auch zusagt”.

Alles bestens, also, wäre da nicht noch eine winzige Kleinigkeit:
Vor ein paar Monaten und aufgrund zahlreicher Diskussionen mit Freunden und anderen Kaffee-Enthusiasten habe ich mich überzeugen lassen, daß man nicht professioneller Spezialitätenröster sein und dabei keine einzige Mischung im Angebot haben kann. Also beschäftige ich mich seit ein paar Monaten mit Kaffeemischungen – Blends im Fachjargon. Ich röste, mische und verkoste oder mische, röste und verkoste, und beginne wieder von vorne. Und suche die optimale Mischung … oder deren mehrere … wohl wissend, daß das ein langer dornenreicher Weg ist obwohl es die optimale Mischung nicht geben wird, ja, gar nicht geben kann. “Gusto und Ohrfeigen sind verschieden”, pflegte schon meine Großmutter immer zu sagen und damit hatte sie natürlich recht. Und jetzt kommt mir meine jahrelange Beschäftigung mit zahlreichen Reinsorten unterschiedlichster Herkunft natürlich entgegen, ich weiß ja schon ungefähr in welche geschmackliche Richtung sie gehen, welchen Charakter sie haben und kann auch schon ungefähr absehen, wie sie sich in diese oder jene Mischung einfügen werden. Und trotzdem gibt es da immer wieder die eine oder andere Überraschung, wenn sich dann der Geschmack der Mischung gänzlich anders entwickelt als vorhergesehen…

Mittlerweile habe ich ein paar Mischungen gefunden, mit denen ich recht zufrieden bin und die auch bei einigen Leuten Anklang finden. Trotzdem, die Suche geht weiter, ich werde wohl noch etliche Wochen, Monate, oder gar Jahre damit verbringen noch bessere, noch ausgewogenere Mischungen zu finden. Denn jetzt hat mich das Virus gepackt! Und obwohl mir Reinsorten immer noch besser schmecken, fange ich an, auch an Mischungen gefallen zu finden. Großen Gefallen sogar…

Und ausgerechnet jetzt, wird das Ende der Mischung prophezeit! Gottseidank war es nicht ganz ernst gemeint, Mischungen wird es wohl auch weiterhin geben aber endlich bekommen langsam auch Reinsorten jenen Stellenwert, den sie – meiner Meinung nach – schon immer verdient haben…

El Salvador – Alaska CoE 2007; Nachtrag

Gestern habe ich eine nette und gleichzeitig berührende E-mail von Ernesto Menéndez bekommen, in der er sich im Namen seiner Familie und seiner Arbeiter überschwenglich bedankt, jegliche Unterstützung sowie hilfreiche Informationen über den Anbau und die Aufbereitung des Kaffees auf seiner Farm anbietet und verspricht in Zukunft noch intensiver an der Verbesserung der Qualität seiner Bohnen zu arbeiten. Ist es nicht schön wenn sich solche Kooperationen entwickeln und man als Kleinröster nicht nur den Farmer, sondern auch Herkunft und Anbaubedingungen der Kaffees kennt, mit denen man in der Rösterei mehr oder weniger täglich arbeitet? Einige beigefügte Bilder tun ein Übriges um eine amikale Atmosphäre schon am Beginn einer hoffentlich langandauernden Kooperation zu schaffen. Ich bin sehr zufrieden…

Alaska Workers

Frischer Kaffee gefällig?

Gestern ist eine frische Lieferung eingetroffen, leider zu einem Zeitpunkt als niemand in der Rösterei war. Bei Tagestemperaturen von weit über 30°C konnte ich das Risiko nicht eingehen, daß die kostbaren – und teuren – grünen Bohnen bis zur Neuzustellung am Montag irgendwo in der prallen Sonne liegen, also beschlossen wir die Sendung selbst im Zwischenlager der Spedition abzuholen – es war ja “nur” eine Palette. Nach ein paar Telefonaten war alles klar, wir konnten die Lieferung sofort abholen. Eigentlich sollte die Palette ohne Probleme in’s Auto passen. Tat sie auch, der Staplerfahrer musste dazu zwar Feinarbeit leisten, bloß als er die Gabel dann absenkte war sofort klar, daß die Hinterachse allein dem Gewicht von ein paar Hundert Kilos nicht lange standhalten würde. Also mußte die Palette wieder raus und die Säcke einzeln verladen werden. Wie auch immer … ein paar Stunden und ein paar Liter Schweiß später waren alle Säcke wohlbehalten in der Rösterei.

Folgende Sorten sind frisch eingetroffen:

  • Brazil Fazenda Camocim (cert. Organic/Biodynamic)
  • Celebes (Sulawesi) Toraja Kalosi
  • El Salvador Finca la Fany
  • Ethiopia Yirgacheffe
  • Galapagos El Cafetal
  • Guatemala Finca Entre Ríos (cert. Organic)
  • India Monsooned Malabar AA
  • India Plantation Peaberry
  • Old Brown Java

Espresso

El Salvador – Cup of Excellence 2007

Bei der heutigen Versteigerung der CoE-Kaffees aus El Salvador hatte ich das Glück sowohl an der Live-Auktion teilnehmen zu können, als auch tatsächlich einen hervorragenden Kaffee zu ersteigern. Aber es war nicht nur Glück, die Unterstützung von Steve (Hasbean) und Grant (Mercanta) hat ganz wesentlich dazu beigetragen. Auf jeden Fall ist es spannend, wenn sich die Versteigerung über Stunden hinzieht, ein ständiges Hoffen und Bangen, einerseits daß man den Kaffee ersteigern kann und andererseits sich der Preis nicht in allzu astronomische Höhen schraubt…

Wie auch immer, das ersteigerte Lot stammt von Ernesto Menéndez’s Farm Alaska und besteht nahezu ausschließlich aus Bohnen der Arabica – Bourbon Type.

Alaska - Red and Orange Bourbon

Costa Rica – Cup of Excellence 2007

Vorgestern war die CoE-Auktion für Costa Rica und es war kein guter Einstieg in mein CoE Abenteuer. Ich war der Meinung in einer Bietergruppe für Lot 19 der Farm Libano zu sein, aber irgendetwas war schiefgelaufen. Nachmittags hatte ich ab und zu einen Blick in die laufende Versteigerung geworfen und alles sah gut aus. Abends sah ich dann die Ergebnisse, die Bietergruppe hatte den Libano ersteigert – aber kaffeespezialitaet.at war nicht dabei… :(

Eine kurze Mail am nächsten Morgen brachte Klarheit: Mein “ok” zur Teilnahme an der Versteigerung war anscheinend nicht angekommen, deshalb war’s ohne uns gelaufen. Sehr schade!

Nachtrag: Nach ein bißchen hin und her komme ich doch noch zu einem Sack Libano, Grant von Mercanta hat zugesagt mir einen Sack aus ihrem ersteigerten Bestand zu überlassen. Ende gut, alles gut… :)

Cup of Excellence 2007

Cup of Excellence ist ein Wettbewerb der mittlerweile in 8 Kaffee-Erzeugerländern (Bolivien, Brasilien, Kolumbien, Costa Rica, El Salvador, Guatemala, Honduras und Nicaragua) stattfindet und bei dem versucht wird, jene Produzenten zu finden, die die landesweit besten Kaffees produzieren. Die Auswahl der Kaffees wird durch eine national und international besetzte Jury in mehreren verschiedenen Verkostungen (Cuppings) vorgenommen. All jene Kaffees, die eine bestimmte Mindestpunktezahl erreichen bzw. übertreffen werden zu einem späteren Zeitpunkt in einer Internetauktion an die meistbietenden Röster (bzw. Händler) versteigert. Normalerweise gehen 85% des Erlöses direkt an die Farmer, die dadurch ein Vielfaches der üblichen Fairtrade Tarife erhalten.

Heuer hatte ich mich schon im Frühjahr entschlossen an diesem Programm teilzunehmen und mich – je nach Maßgabe des Budgets – zumindest an einer, besser aber an zwei, der Versteigerungen im Frühsommer zu beteiligen.

CoE Zertifikat